Bundestag: Wiederholungsrezept ab März 2020 10/01/2020

Ab März 2020: Das Wiederholungsrezept

Photo: Elke Hinkelbein

“Berlin – Mitte November ebnete der Bundestag den Weg für das Wiederholungsrezept. Hierbei handelt es sich um eine Verordnung, auf die die Apotheke ein Arzneimittel mehrmals abgeben darf. Gedacht ist das Rezept für chronisch Kranke – in Kraft treten soll die Regelung Anfang März.

Das Wiederholungsrezept ist für Menschen vorgesehen, die ein Arzneimittel dauerhaft einnehmen. Die gesondert gekennzeichneten Rezepte ermöglichen dem Patienten nach erstmaliger Belieferung drei weitere Arzneimittelabgaben, ohne dass eine neue Verordnung ausgestellt werden muss.

Das Wiederholungsrezept gilt ausschließlich für verschreibungspflichtige Humanarzneimittel. Die Gültigkeitsdauer ist vom Arzt festzulegen. Fehlt diese Angabe, so ist die Gültigkeit auf drei Monate festgesetzt.

§ 31 Abs. 1 SGB V

„Für Versicherte, die eine kontinuierliche Versorgung mit einem bestimmten Arzneimittel benötigen, können Vertragsärzte Verordnungen ausstellen, nach denen eine nach der Erstabgabe bis zu dreimal wiederholende Abgabe erlaubt ist. […] Die Verordnungen sind besonders zu kennzeichnen. Sie dürfen bis zu einem Jahr nach Ausstellungsdatum zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse durch Apotheken beliefert werden.“


§ 4 Abs. 3 AMVV

„Die verschreibende Person kann eine Verschreibung ausstellen, nach der eine nach der Erstabgabe bis zu dreimal wiederholende Abgabe erlaubt ist. Bei der wiederholten Abgabe auf dieselbe Verschreibung ist das verschriebene Arzneimittel jeweils in derselben Packungsgröße abzugeben, die die verschreibende Person für die erstmalige Abgabe auf der Verschreibung angegeben hat.“
Konkrete Vorgaben zur Verordnungsvorlage fehlen bislang. Auch die Frage nach dem Abrechnungsprinzip ist noch nicht geklärt.

Chronisch krank

Wer mindestens einen Arztbesuch pro Quartal wegen derselben Krankheit über die Dauer von mindestens einem Jahr nachweisen kann ist laut Gesetzgeber chronisch krank.

In der Chroniker-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G- BA) sind folgende weitere Kriterien festgehalten:

  • das Vorhandensein einer Pflegebedürftigkeit des Pflegegrades 3, 4 oder 5
  • ein Grad der Behinderung
  • eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von 60 Prozent oder höher.
  • der Bedarf einer kontinuierlichen medizinische Versorgung um lebensbedrohliche Verschlimmerungen zu vermeiden
  • eine mögliche Verminderung der Lebenserwartung durch die Krankheit
  • eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die Krankheit

Zu den chronischen Krankheiten, die eine Dauerbehandlung erfordern, gehören unter anderem Diabetes, Asthma, chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, koronare Herzkrankheiten oder Autoimmunerkrankungen.”

Quelle: Apotheke Adhoc: Ab März 2020: Das Wiederholungsrezept
(zuletzt abgerufen am 09.01.2020 um 08:54 Uhr)
“Was muss auf dem Rezept stehen, um es dreimal zu beliefern?

Extra Geld für neue Leistungen

Für gesetzlich Versicherte soll künftig der gleiche Preis für verschreibungspflichtige Arzneimittel gelten – unabhängig davon, ob sie diese in einer „Vor-Ort-Apotheke“ oder über eine EU- Versandapotheke beziehen. Versandapotheken dürfen gesetzlich Versicherten keine Rabatte mehr auf rezeptpflichtige Arzneimittel gewähren.
Apotheker erhalten für zusätzliche Dienstleistungen extra Geld. Dazu zählen etwa eine pharmazeutische Betreuung bei einer Krebstherapie oder die Arzneimittelversorgung pflegebedürftiger Patienten in häuslicher Umgebung. Hierfür sollen durch eine Änderung der Arzneimittelpreis-Verordnung 150 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.Damit sich mehr Menschen gegen Grippe impfen lassen, bekommen Apotheker die Möglichkeit, im Rahmen von regionalen Modellvorhaben Erwachsene gegen Grippe zu impfen. Sie sollen dafür von Ärzten geschult werden.
Um den Apothekerberuf weiterzuentwickeln, werden auch zwei Verordnungen überarbeitet. Diese bedürfen – anders als der Gesetzentwurf – auch der Zustimmung des Bundesrates.In der sogenannten Apothekenbetriebsordnung soll unter anderem der Botendienst der Vor-Ort- Apotheke gestärkt werden. Er soll nicht mehr nur auf den Einzelfall begrenzt, sondern grundsätzlich auf Kundenwunsch zulässig sein. In der Arzneimittelpreisverordnung wiederum sollen der Festzuschlag für Apotheken-Notdienste – hierfür werden insgesamt 50 Millionen Euro jährlich bereitgestellt – und der Betrag, den Apotheken für die Abgabe von Betäubungsmitteln erhalten (15 Millionen Euro) erhöht werden. Ziel der Erhöhung der Notdienst-Vergütung ist es laut Gesetzentwurf, die Vor-Ort-Apotheken insbesondere in Regionen, in denen es nicht so viele Apotheken gibt, zu stärken.”
Quelle: Ihr Ärzte Zeitung-Newsletter vom Dienstag, 31. Dezember 2019, 06:28
Photo: CROSSSOFT

Juni 2020 beginnt die Rollout Vorbereitung des Online Rezeptes. Hier geht es zum Fahrplan:

Vernetzte Versorgung ab Juli 2019

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